Hilfe für Kinder und Jugendliche in den Anden

Überwindung von Armut durch Bildung

Hilfe für Bauernkinder / Naturschule

Etwa 150 kleine Bauernhöfe, alle unter 6 ha groß, die weitläufig verstreut sind im unwegsamen Gelände des Südostens der Provinz Narinio in Kolumbien haben sich in 5 Reservas zusammengeschlossen. Eine Reserva befindet sich am La Cocia, dem größten Binnensee Kolumbiens, und ist Ursprung der Herederos.

Ziel des Projektes ist es, die wachsende Verarmung dort aufzuhalten und die damit einhergehende Landflucht und die  Abholzung von Nebelwäldern am La Cocha zu verhindern.

Wir unterstützen zum Erreichen dieser Ziele Workshops, Kurse und Fachausbildung in der Naturschule. Unser Verein begleitet dabei die Arbeit von etwa 400 Kinder in ihren Zusammenkünften in Gruppen und in der Naturschule. Das Ziel ist es, schon bei den Kindern, ein Wissen und einen starken emotionalen Bezug zur Natur ihrer Heimat zu entwickeln.

Von etwa 7 benachbarten Bauernfamilien  treffen sich einmal wöchentlich die Kinder. entweder bei einer Familie oder in einem besonderen Gemeinschaftsraum meist auch im Freien. Sie spielen, singen, lernen traditionelle Tänze, beobachten Pflanzen und Tiere, lernen ihre Namen und Lebensbedingungen und freuen sich an der Gemeinschaft und der Schönheit ihres Landes. Sie nennen sich die Erben der Erde. und suchen sich als Gruppennamen einen Vogel oder eine Pflanze.

Aus diesen Kindergruppen sind inzwischen viele tüchtige Jugendhelfer erwachsen für die Betreuung der Gruppen und vor allem sehr engagierte junge Menschen, die sich nach ihrem Studium für den Prozess der Erhaltung ihres Landes verantwortungsvoll einsetzen und in anderen Regionen nach unserem Modell Projekte aufbauen.

Auf Einladung des ADC besuchten Hans Ecker und Peter Busmann die Herederos in Kolumbien, um mit den Freunden einen möglichen Wiederaufbau der zerstörten Naturschule zu beraten. Man kommt zu dem Schluss, in der gefährlichen Gegend erst einmal nichts zu machen und stattdessen an einem anderen Ort – als Erweiterung eines schönen alten Bauernhauses in Nukanchi in traditioneller Bauweise in Lehm, Ziegeln und Holz neu zu bauen. 2005 wurde diese zweite Naturschule eingeweiht und wird seitdem in gleicher Weise wie der zerstörte Vorgängerbau von den Herederos genutzt.

Zur Entwicklung ihrer Landflächen  und verbesserter Lebensbedingungen hat diese Kleinbauernbewegung eine Genossenschaft gegründet, die „Associacion Desarrollo Campesino“ (ADC), einen Verein zur Entwicklung der Bauern.

Dazu wird Wissen in 5 Netzwerken vermittelt: 1. Ökologische Bodenerhaltung,  2. Ernteverbesserung, 3. Moderne Kommunikation, 4. Arbeit mit Müttern und 5. Arbeit mit Kindern.

Daraus folgte ein sehr erfolgreicher Entwicklungsprozess durch das Wiederaufleben und die Entwicklung einer alten indianischen Lebensform, der Minga. Es findet Tausch und organisierte, regelmäßige Arbeit auf Gegenseitigkeit statt, dies erfordert keine Geldmittel.

Dieses Projekt hat sich in den letzten 30 Jahren zu einem erfolgreichen Prozess entwickelt:

  • Rückgang der Landflucht in diesem Gebiet,
  • Bewusstsein und Vermeidung von Umweltschäden,
  • Biologische Bodennutzung mit besseren Erträgen,
  • Wiederverwertung und Energiegewinnung zum Eigenbedarf auf vielen Gehöften,
  • Vielseitigere Ernährung durch Austausch von Erträgen untereinander (durch extremen Klimazonenwechsel in dem Gebiet auch vielseitige Anbaumöglichkeiten)
  • Ausbildung der Frauen in Haus und Hof,
  • Anerkennung der Frauen,
  • Intensive Pflege des Gemeinschaftslebens.